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Mitgliederversammlung 2019 - Kurzbericht

Für den 27. April hatte der DEV zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2019 in das Gasthaus Mügge in Bruchhausen-Vilsen eingeladen. Ein vollständiges Protokoll wird in einer der nächsten Ausgaben unserer Zeitschrift "Die Museums-Eisenbahn" abgedruckt. Dieser Bericht soll nur einen kurzen Überblick über die wesentlichen Inhalte geben.

Protokoll der Mitgliederversammlung 2018

Das Protokoll der Mitgliederversammlung 2018 wurde genehmigt.

Bericht der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen

Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann stellte den Bericht der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen vor. Darin ging er zunächst auf das Thema Stopfmaschine ein - auf der Mitgliederversammlung 2018 hatte der DEV Gleisbau auf das Fehlen einer solchen Maschine hingewiesen und auf die dadurch entstehenden Probleme wie erhöhter Arbeitsaufwand für die Rotte, längere Dauer von Gleisbaustellen bzw. teure Fremdbeauftragungen hingewiesen. Das Thema wurde von der Gemeinde aufgegriffen und mit einem Gemeindezuschuss von 15.000,- EUR konnte zwischenzeitlich eine Stopfmaschine neu erworben und auch bereits erfolgreich eingesetzt werden. Die Versammlung dankte der Gemeinde für diese Unterstützung mit einem tosenden Applaus.

Danach stellte Bernd Bormann die Bedeutung der Museums-Eisenbahn für die Gemeinde heraus; neben der Förderung des Tourismus werden z.B. mit dem sehr erfolgreichen Wettlauf "Mensch gegen Maschine" auch breite Publikumskreise vor Ort angesprochen. Auch im laufenden Jahr wird die Gemeinde die Museums-Eisenbahn wieder durch finanzielle Zuschüsse unterstützen, diese kommen neben dem Gleisbau auch der weiteren Ausgestaltung des Endbahnhofs Asendorf zu Gute. Zum Abschluss wies er auf das im Aufbau befindliche Kleinbahn-Archiv hin, dass bereits jetzt ein überregionaler Anziehungspunkt für Kleinbahn-Historiker geworden ist

Jahres- und Spartenberichte 2018

Zunächst gab der stellvertretende Vorsitzende Gunther Meckmann einen bebilderten Jahresbericht. Mitglieder- und Beförderungszahlen sind 2018 stabil geblieben.

Abb.: Weiche mit KunststoffschwellenEisenbahnbetriebsleiter Eckhard Thurau berichtete über die Vorfälle im Eisenbahnbetrieb, die sich auf die leider wohl unvermeidbaren "Zusammentreffen" zwischen Eisenbahn und Kraftfahrzeugen an Bahnübergängen und eher unbeabsichtigte "Ausflüge" von Kraftfahrzeugen auf das Gleisbett der Museums-Eisenbahn beschränkten. Ärgerlich sind die häufigen Beschädigungen und Zerstörungen an Andreaskreuzen. Fachlich ist die Museums-Eisenbahn gut aufgestellt, alle örtlichen Betriebsleiter sind vom Fach und durch Dienstunterrichte wird der Kenntnisstand des Personals gesichert.

Uwe Franz berichtete über die Aktivitäten in der Werkstatt, neben den angelaufenen Arbeiten zur Aufarbeitung des neuen/alten Buffetwagen Nr. 7 wies er auf die Wiederinbetriebnahme des Herforder Gepäckwagens Nr. 51 hin, der am 1. Mai nach 50-jähriger Abstellzeit wieder in Betrieb genommen wird. Ansonsten sei auf die ausführlichen Werkstattberichte in der DME hingewiesen.

Guido Tschigor berichtete über die Arbeiten an den Gleisanlagen der Museums-Eisenbahn. Die neue Gleisstopfmaschine war bereits mehrfach erfolgreich im Einsatz, sie wird auch das in 2019 anstehende Hauptprojekt - Erneuerung der Gleisanlagen im Bereich der Ortsdurchfahrung Asendorf - erleichtern und beschleunigen.

Die Liegezeit der Weichen wird bei der Museums-Eisenbahn wesentlich durch den Verfall der Holzschwellen beschränkt. Hier erhofft man sich durch den Einsatz von Kunststoffschwellen eine deutliche Verringerung des Unterhaltungsaufwandes. Entsprechende Schwellen konnten durch eine Spende beschafft werden, nach ersten Mustern in Nebengleisen wurde jetzt mit der Einfahrweiche aus Richtung BruVi im Bhf. Heiligenberg die erste Weiche im normalen Streckenverlauf umgebaut (siehe Bild). Der jetzt noch vorhanden optische Unterschied zu den Holzschwellen wird sich durch Verwitterung und Verschmutzung verringern, so dass die umgebauten Weichen den Eindruck des historischen Oberbaus nicht schmälern sollten.

Bericht zur musealen Entwicklung

Abb.: Lok 1 der Kleinbahn Bremen - TarmstedtZunächst stellte Wolf-Jobst Siedler die angelaufene Aufarbeitung des ehemaligen Buffetwagens Nr. 7 vor. Nach der Dokumentation der historischen Substanz wird der Wagenkasten jetzt von einem Stellmacherbetrieb in Anlehnung an den Ablieferungszustand wieder hergerichtet. Für die spätere Nutzung als Buffetwagen stellte er historische Parallelen von der Rügenschen Kleinbahn vor, die in einem ähnlichen Wagen ebenfalls ein Buffet betrieb. Danach ging er auf die zukünftige Entwicklung des Bahnhofs Asendorf ein und stellte die geplante Umgestaltung einer vorhandenen Garage zu einem Dienstgebäude vor, dabei soll die Anmutung einer Bahnagentur vermittelt werden.

Der Aufbau des Kleinbahn-Archivs schreitet gut voran, die erfassten Bestände sind zugänglich und auf erste Objekte kann bereits elektronisch zugegriffen werden. Dazu gehört auch das Betriebsbuch der Lok 1 der Kleinbahn Bremen-Tarmstedt; diese Lok weilt derzeit in Bruchhausen-Vilsen zur äußerlichen Aufarbeitung und gestattet so einen Vergleich mit Lok Hoya, die zur gleichen Zeit bei der Hanomag gebaut wurde.

Geschäftsjahr 2018, Bericht der Rechnungsprüfer, Entlastung des Vorstandes

Der Jahresabschluss lag der Versammlung schriftlich vor, zukünftig soll er bereits im Vorfeld versandt werden, damit man sich besser auf die Diskussion vorbereiten kann. Der Bericht der Rechnungsprüfer zeigte keine Beanstandungen auf, so dass die Versammlung dem Vorstand die Entlastung erteilte.

Neuwahlen des Vorstandes

Für die Neuwahl standen lediglich die bisherigen Mitglieder des Vorstandes zur Verfügung; darüber hinaus gab es keine Kandidaten. Der bisherige Vorsitzende Dirk Lonscher stand allerdings nur als Stellvertreter zur Verfügung, da er nach dem altersbedingten Ausscheiden von Manfred Nordloh zukünftig stärker als bisher als Stellvertreter in die örtliche Betriebsleitung eingebunden ist. Wolf-Jobst Siedler erklärte daher seine Bereitschaft zur Übernahme des Vorsitzes. Somit ergibt sich der folgende neue Vorstand, der von der Versammlung in geheimer Abstimmung bestätigt wurde:

  • Wolf-Jobst Siedler (Vorsitzender),
  • Dirk Lonscher und Gunther Meckmann (stellvertretende Vorsitzende),
  • Walter Stricks (Schatzmeister),
  • Aleena-Kristin Kruhl (Schriftführerin).

Abb.: Weiche mit Kunststoffschwellen

Zukunftssicherung - Stiftungsgründung

Wolf-Jobst Siedler wies zunächst auf die dauerhaft unsichere finanzielle Situation des Vereins hin - der große Fahrzeugbestand verursacht hohe laufende Unterhaltskosten, umfangreiche Sonderveranstaltungen erfordern hohe Aufwendungen im Vorfeld und fehlende historische Gewerke erfordern eigentlich die Ausbildung und Beschäftigung eigener Fachkräfte. ABER: der DEV e.V. darf zur Aufrechterhaltung der Gemeinnützigkeit keine finanziellen Reserven bilden. Hier könnte die Unterstützung der musealen Aktivitäten und des Kleinbahn-Museums durch eine Stiftung eine langfristige Lösung bieten. Die Chancen und Risiken einer Stiftungsgründung wurden ausführlich und mit positivem Tenor diskutiert, das Thema soll weiter verfolgt und in der DME ausführlich dargestellt werden.

Vorschau auf die Saison 2019

Gunther Meckmann gab eine kurze Vorschau auf die mit den teilweise ausverkauften Osterfahrten bereits erfolgreich angelaufene Saison 2019 und wies auf die geplanten Veranstaltungen hin, die Sie auch dem Fahrplanprospekt bzw. der Webseite entnehmen können.

Anträge, Verschiedenes

Ein Antrag beschäftigte sich mit der Veröffentlichung von Spendern sowie langjährigen Mitgliedschaftsjubiläen in der DME. Die Versammlung beauftragte daraufhin den Vorstand hierzu eine rechtssichere Umsetzung vorzunehmen.

Der VDMT Vorsitzende Hans-Jürgen Credé informierte zum Abschluss die jüngeren Museums-Eisenbahner über die Möglichkeit einer Teilnahme am Jugendcamp der FEDECRAIL.